Der in Guatemala geborene Posaunist, Komponist und Schagerl Artist Juan Pablo Marín-Reyes (1992) begann sein Musikstudium im Alter von fünfzehn Jahren am Nationalen Konservatorium Germán Alcántara in Guatemala-Stadt. Sein Bachelorstudium absolvierte er an der Universität von Costa Rica (UCR), bevor er nach Wien übersiedelte, wo er das Masterstudium an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien erfolgreich abschloss. Derzeit ist er Akademist des Klangforum Wien und absolviert gleichzeitig ein zweites Masterstudium in Zeitgenössischer Musik an der Kunstuniversität Graz, im Rahmen des Programms Performance Practice in Contemporary Music (PPCM).
Kurz nach seiner Ankunft in Europa wandte sich Marín-Reyes der zeitgenössischen Musik zu und debütierte 2021 beim Klangforum Wien. Seither ist er in zahlreichen Uraufführungen mit Ensembles wie der Neuen Oper Wien, Zeitfluss (Graz), dem Ensemble des XXI. Jahrhunderts, dem Klangforum Wien und dem Black Page Orchestra zu hören. Mit letzterem trat er bei renommierten Festivals wie MärzMusik (Berlin), Musiktheatertage Wien, Wien Modern und im eigenen Konzertzyklus im Wiener Musikverein auf.
Als Solist für zeitgenössische Musik war Marín-Reyes in Konzerten und Festivals in Panama, Costa Rica, Österreich (impuls, Wien Modern) und weiteren Ländern Lateinamerikas zu erleben. Darüber hinaus ist er Initiator und künstlerischer Leiter eines Projekts für zeitgenössische Musik an der Universität von Costa Rica, das den Austausch zwischen lateinamerikanischen und europäischen Institutionen fördert.
Als Komponist sucht Marín-Reyes konsequent die Verbindung zwischen Klang und Philosophie. Sein Werk überschreitet stilistische Grenzen und versteht das Experimentieren als erkenntnisstiftenden Prozess – ein Weg, neue Texturen zu erschließen und abstrakte Ideen hörbar zu machen. Seine Musik bewegt sich zwischen Minimalismus, Neoklassik, Miniaturismus und unorthodoxem Experimentalismus, wobei sie klassische Formen mit zeitgenössischen Idiomen verknüpft. In jüngerer Zeit integriert er elektronische Elemente und ungewöhnliche Ensemblekombinationen, um neue Ausdrucksräume zu eröffnen.
Er ist aktives Mitglied von Ibermúsicas sowie der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM), Österreich, und arbeitet regelmäßig mit Institutionen wie IRCAM, IEM und internationalen Galerien – darunter Thaddaeus Ropac (Paris) – zusammen, wo er interdisziplinäre Klang- und Kunstprojekte präsentiert.
Im Jahr 2021 gewann er den Ersten Preis des internationalen Wettbewerbs Innovatrombone mit seiner Interpretation von Tres canciones sin amor des valencianischen Komponisten Enrique Hernandis (geb. 1977), inspiriert vom gleichnamigen Roman des Dichters Raúl Carbonell.