composer

Dai Fujikura

werk

K's Ocean

Foto · Seiji Okumiya

vita

Dai Fujikura, geboren am 27. April 1977 in Osaka, Japan, zählt zu den bedeutendsten und innovativsten Komponisten zeitgenössischer klassischer Musik. Mit 15 Jahren zog er nach Großbritannien, wo er seine musikalische Ausbildung am Dover College begann und später am Trinity College of Music, Royal College of Music und King’s College London bei Edwin Roxburgh, Daryl Runswick und George Benjamin Komposition studierte. Schon früh wurde sein Talent mit Preisen wie dem Serocki International Composers Competition gewürdigt, und seine Werke fanden schnell Beachtung durch Ensembles wie die London Sinfonietta.

Fujikuras Musik ist geprägt von einer einzigartigen Synthese westlicher Avantgarde und asiatischer Klangtraditionen. Besonders charakteristisch sind seine experimentellen Raumklänge, bei denen er Instrumente unkonventionell im Raum platziert, um immersive Hörerfahrungen zu schaffen. Seine Werke umfassen ein breites Spektrum von Opern über Orchester- und Kammermusik bis hin zu Filmmusik und interdisziplinären Projekten. Ein zentrales Anliegen ist die Verbindung unterschiedlicher musikalischer Welten: Fujikura integriert japanische Instrumente wie Shamisen, Koto oder Shakuhachi in seine Kompositionen und arbeitet mit europäischen Period Instruments, um neue Klangdimensionen zu erschließen.

Sein opernschaffen begann mit „Solaris“ (2015), einer Koproduktion des Théâtre des Champs-Élysées, der Opéra de Lausanne und der Opéra de Lille, die international gefeiert wurde. 2026 folgt die Uraufführung seiner vierten Oper „The Great Wave“ bei der Scottish Opera, inspiriert vom Leben des Künstlers Katsushika Hokusai. Fujikura kollaboriert regelmäßig mit Künstler:innen aus verschiedenen Genres, darunter Ryūichi Sakamoto und David Sylvian, und realisiert Projekte an der Schnittstelle von Musik, Tanz und Film.

Für sein Schaffen wurde Fujikura mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, darunter der Silver Lion der Biennale Venedig (2017) und der Ivor Novello Award. Als Composer-in-Residence wirkte er u. a. beim Nagoya Philharmonic Orchestra und dem Orchestre National d’Île-de-France. Seit 2017 leitet er das Born Creative Festival am Tokyo Metropolitan Theatre und engagiert sich in der Nachwuchsförderung, etwa im Rahmen von El Sistema Japan.

Fujikuras Werke wurden bei führenden Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival, den BBC Proms und dem Huddersfield Contemporary Music Festival aufgeführt und von Dirigent:innen wie Pierre Boulez, Peter Eötvös und Kazuki Yamada interpretiert. Seine Diskografie umfasst Alben wie „Secret Forest“ (NMC Recordings), „Mirror“ (Kairos) und „my letter to the world“ (Minabel Records/Sony Japan). Fujikura wird von Ricordi Berlin verlegt und betreibt mit Minabel Records ein eigenes Label.

Mit seiner künstlerischen Arbeit verbindet Dai Fujikura eine tiefe Überzeugung: Musik als lebendigen, grenzenlosen Dialog zwischen Kulturen, Traditionen und Innovationen zu begreifen.

werk

K’s Ocean von Dai Fujikura ist ein Werk für Posaune und Elektronik, das 2005 komponiert und 2009 überarbeitet wurde. Das Stück ist bekannt für seine innovative Verbindung von Live-Performance und elektronischen Klängen, wodurch eine immersive Klangwelt entsteht. Der Posaunist bewegt sich durch eine Klanglandschaft, die live gespielte und vorab aufgezeichnete Elemente kombiniert, und hebt dabei die räumliche Dimension sowie das transformative Potenzial elektronischer Musik hervor.

Fujikura, ein Komponist, der die Grenzen von Instrumental- und elektronischer Musik auslotet, schafft mit K’s Ocean ein eindrucksvolles Beispiel für diese Synthese. Das Werk wurde im Rahmen des Sonic Explorations-Festivals 2009 unter der Leitung von Jonathan Harvey aufgeführt und demonstriert, wie Elektronik die Ausdrucksmöglichkeiten eines traditionellen Instruments wie der Posaune erweitern kann.
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