vita
Sarah Nemtsov (*1980 in Oldenburg) zählt zu den prägendsten und gefragtesten Komponistinnen ihrer Generation. Ihr Werkverzeichnis umfasst über 150 Kompositionen in nahezu allen Gattungen – von Solostücken bis zu abendfüllenden Opern, von akustischer Kammermusik bis zu multimedialen und elektronischen Werken. Seit 2022 ist sie Universitätsprofessorin für Komposition an der Universität Mozarteum Salzburg.
Nemtsov begann bereits mit acht Jahren zu komponieren und studierte später Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann, sowie Oboe bei Klaus Becker und Burkhard Glaetzner. Ihre Musik ist geprägt von einer freien, assoziativen Auseinandersetzung mit Literatur, Philosophie und gesellschaftspolitischen Themen, wobei sie gezielt das Paradoxe, Absurde und Geschichtete sucht. Ihre Werke – oft als „wild wuchernde Klangereignisse“ (Deutschlandfunk) beschrieben – fordern Musiker:innen und Publikum gleichermaßen heraus.
Nemtsov begann bereits mit acht Jahren zu komponieren und studierte später Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann, sowie Oboe bei Klaus Becker und Burkhard Glaetzner. Ihre Musik ist geprägt von einer freien, assoziativen Auseinandersetzung mit Literatur, Philosophie und gesellschaftspolitischen Themen, wobei sie gezielt das Paradoxe, Absurde und Geschichtete sucht. Ihre Werke – oft als „wild wuchernde Klangereignisse“ (Deutschlandfunk) beschrieben – fordern Musiker:innen und Publikum gleichermaßen heraus.
werk
In ihrer Passacaglia (2015) legt Sarah Nemtsov die namensgebende Form nicht offen, sondern
verbirgt sie unter der klanglichen Oberfläche. Die Idee eines sich wiederholenden Grundmodells wird „archäologisch“ freigelegt: Bruchstücke, klangliche Sedimente und scheinbare „Fossilien“ treten hervor, ohne sich je zu einer geschlossenen Form zu fügen. Das präparierte Klavier erweitert dabei das Instrument in einen Resonanzraum, in dem Erinnerung und Material untrennbar ineinandergreifen.