vita
Susan Campos Fonseca ist eine international tätige Komponistin, Musikwissenschaftlerin und Klangkünstlerin, deren Werk an der Schnittstelle von Musik, Philosophie, Technologie und dekolonialer Forschung angesiedelt ist. Geboren in Costa Rica, studierte sie Dirigieren an der Universidad de Costa Rica und schloss anschließend ein Masterstudium in Spanischer und Lateinamerikanischer Philosophie sowie eine Promotion in Musik an der Universidad Autónoma de Madrid ab. Ihre künstlerische und wissenschaftliche Arbeit ist geprägt von einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit Sound Studies, feministischer Musikwissenschaft, Kulturphilosophie und dekolonialen Studien, wobei sie insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Klang, Technologie und gesellschaftlichen Machtstrukturen erforscht.
Als Komponistin entwickelt Campos Fonseca Werke, die sich durch eine radikale Experimentierfreude auszeichnen – von elektroakustischen Kompositionen über Klanginstallationen bis hin zu performativen Projekten, die oft in Zusammenarbeit mit Künstler:innen aus Lateinamerika und Europa entstehen. Ihr Stück „Gandoca“ für Solo-Tuba und analoge Rauschmaschine entstand während mehrerer Forschungsaufenthalte im National Wildlife Refuge Gandoca-Manzanillo in Costa Rica und reflektiert ihre intensive Beschäftigung mit ökologischen und akustischen Landschaften. Weitere bedeutende Werke wie „Espino Blanco“ (2015) oder „Zona de Silencio“ (2016) wurden international aufgeführt und auf Tonträgern dokumentiert, darunter Alben wie „Minimal Aggression“ (2015) und „Abismo Blanco“ (2023), die beim New Yorker Label Irreverence Group Music erschienen.
Campos Fonseca ist zudem als Kuratorin, Autorin und Dozentin tätig. Sie lehrte und forschte an der Universidad de Costa Rica und war an internationalen Projekten wie LEXIMUS (2023–2026) beteiligt, das sich mit musikalischer Lexikographie und dekolonialen Ansätzen in der Musikwissenschaft beschäftigt. Für ihr Schaffen wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Casa de las Américas Musicology Award (2012), der Corda Foundation Award (2009) und die Auszeichnung als „Universitaria destacada“ der Universidad de Costa Rica (2013/2014).
Ihre künstlerische Praxis versteht sie als politischen Akt – als eine Form der Wissensproduktion, die kolonialistische Narrative hinterfragt und neue Hörweisen eröffnet. Susan Campos Fonseca wird von Irreverence Group Music und der Nueva York Poetry Press vertreten. Ihre Werke und Publikationen sind international zugänglich und werden in Ausstellungen, Festivals und akademischen Kontexten präsentiert.
Als Komponistin entwickelt Campos Fonseca Werke, die sich durch eine radikale Experimentierfreude auszeichnen – von elektroakustischen Kompositionen über Klanginstallationen bis hin zu performativen Projekten, die oft in Zusammenarbeit mit Künstler:innen aus Lateinamerika und Europa entstehen. Ihr Stück „Gandoca“ für Solo-Tuba und analoge Rauschmaschine entstand während mehrerer Forschungsaufenthalte im National Wildlife Refuge Gandoca-Manzanillo in Costa Rica und reflektiert ihre intensive Beschäftigung mit ökologischen und akustischen Landschaften. Weitere bedeutende Werke wie „Espino Blanco“ (2015) oder „Zona de Silencio“ (2016) wurden international aufgeführt und auf Tonträgern dokumentiert, darunter Alben wie „Minimal Aggression“ (2015) und „Abismo Blanco“ (2023), die beim New Yorker Label Irreverence Group Music erschienen.
Campos Fonseca ist zudem als Kuratorin, Autorin und Dozentin tätig. Sie lehrte und forschte an der Universidad de Costa Rica und war an internationalen Projekten wie LEXIMUS (2023–2026) beteiligt, das sich mit musikalischer Lexikographie und dekolonialen Ansätzen in der Musikwissenschaft beschäftigt. Für ihr Schaffen wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Casa de las Américas Musicology Award (2012), der Corda Foundation Award (2009) und die Auszeichnung als „Universitaria destacada“ der Universidad de Costa Rica (2013/2014).
Ihre künstlerische Praxis versteht sie als politischen Akt – als eine Form der Wissensproduktion, die kolonialistische Narrative hinterfragt und neue Hörweisen eröffnet. Susan Campos Fonseca wird von Irreverence Group Music und der Nueva York Poetry Press vertreten. Ihre Werke und Publikationen sind international zugänglich und werden in Ausstellungen, Festivals und akademischen Kontexten präsentiert.
werk
Humedal (Feuchtgebiet) versteht das Ökosystem nicht als Kulisse, sondern als lebendiges Gegenüber. Die Partitur entfaltet sich in mehreren „Branen“ – parallelen Klangschichten, die Performer*in, Raum und Installation miteinander verweben. Zentrale Symbole sind die Ceiba, heiliger Weltenbaum in mesoamerikanischen Kosmologien, sowie das indigene Instrument trompón chorotega. Hinzu kommen Field Recordings aus den Mangroven von Sierpe, dem Botanischen Garten Katia und ein traditionelles Volkslied.
Improvisation ist hier keine „freie“ Geste, sondern eine Ethik des Zuhörens und Mit-Seins. Der Posaunist und der Klangkünstler sind Teil des Ökosystems, nicht über ihm: sie lösen sich ein in Projektion, Wasserströmungen, Vogelrufe und Stimmen der Ahnen. So entsteht eine animistische, ökologische und dekoloniale Meditation, in der Körper, Projektion, Elektronik und Natur zu einem gemeinsamen Klangraum verschmelzen.
Improvisation ist hier keine „freie“ Geste, sondern eine Ethik des Zuhörens und Mit-Seins. Der Posaunist und der Klangkünstler sind Teil des Ökosystems, nicht über ihm: sie lösen sich ein in Projektion, Wasserströmungen, Vogelrufe und Stimmen der Ahnen. So entsteht eine animistische, ökologische und dekoloniale Meditation, in der Körper, Projektion, Elektronik und Natur zu einem gemeinsamen Klangraum verschmelzen.